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Enrico Fermi - Genie, Physiker, Bombenbauer
Enrico Fermi war einer der wichtigsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 29.09.1901 in Rom geboren, wo er schon als Junge ein reges Interesse für Physik und Mathematik zeigte.
Im Alter von 17 Jahren schrieb er sich an der Universität von Pisa ein, eines der renommiertesten Institute Italiens. Die Einstellungstests des Instituts beinhalteten auch einen Essay zum Thema „Eigenschaften des Klangs“. Enrico Fermis Essay erreichte in den Augen des Prüfers das Niveau einer Doktorarbeit. Nach seiner Aufnahme an der Scuola Normale Superiore traf er dort auf seinen Kommilitonen Franco Rasetti, der zu seinem engsten Vertrauten und Mitarbeiter werden sollte.
Während seines Studiums verbrachte Fermi auch einige Monate in Göttingen, Leiden und Florenz, wo er seinen Beitrag zur Fermi-Dirac Statistik beitrug, die heute noch eine wichtige Formel der Quantenstatistik ist. 1926, im Alter von erst 25 Jahren, erhielt er die erste Professur für Atomphysik Italiens, an der Universität von Rom. Während seiner Zeit in Rom führten er und ein Team von Physikern diverse Experimente durch, die für einiges Aufsehen sorgten.
Sie entdeckten die Theorie des Beta-Zerfalls und auch langsame Neutronen - diese Arbeit legte den Grundstein für den Bau des ersten Atomreaktors. Die Wissenschaftler bombardierten systematisch Elemente mit langsamen Neutronen, als sie dies bei Uran taten, wäre es ihnen fast gelungen eine nukleare Fission zu beobachten. Nukleare Fission – also eine Atomkernspaltung – wurde damals für unmöglich gehalten. Enrico Fermi galt als einer der größten Kernphysiker sowohl auf dem Gebiet der theoretischen als auch der angewandten Physik. Er war von allen Kollegen anerkannt und beeinflusste diverse große Physiker, unter seinen Studenten waren viele, die später einen Nobelpreis bekamen. Fast zwangsläufig erhielt Enrico Fermi 1938 den Nobelpreis der Physik für seine Entdeckung von nuklearen Reaktionen, ausgelöst von langsamen Neutronen.
Da seine jüdische Ehefrau durch die neuen anti-semitischen Gesetze des faschistischen Regimes von Mussolini direkt gefährdet war, sah sich Enrico Fermi 1938 gezwungen, in die USA auszuwandern. Nach seiner Ankunft in New York begann er sofort eine Professur an der Columbia University, wo er im Dezember 1938 von der Entdeckung des Elements Barium durch Otto Hahn erfuhr. Später wechselte er an die Universität Chicago, wo er mit seinem Team den weltweit ersten Kernreaktor ,genannt „Chicago Pile 1″, mitten in einem Wohnblock baute.
Nach Beginn des 2. Weltkriegs wurde Fermi Mitglied des „Manhattan Project“, das sich mit dem Bau der ersten Atombombe befasste. Durch sein breitgefächertes physikalisches Wissen konnte er bei der Lösung vieler interdisziplinärer Probleme helfen. Er war berühmt für die einfache und schnelle Einschätzung und Lösung von Problemen, durch Berechnungen, die auf die Rückseite eines Briefumschlags passten, heute bekannt unter dem Namen Fermi-Methode. Er galt als Joker unter den Wissenschaftlern - in der Lage immer dann eine Lösung zu finden, wenn alle anderen versagt hatten. Fermi, nach dem viele physikalische, methodische und philosophische Konzepte benannt sind, wurde 1944 in den USA eingebürgert.
Enrico Fermi starb 1954 im Alter von 53 Jahren an Magenkrebs, ein Schicksal, das er mit zwei seiner Assistenten teilte, die ihm beim Bau des Kernreaktors halfen.